Die starke und stolze Stimme des türkischen Kinos: NUR SÜRER

Nur Sürer
©Marc Sesto

Seit sie 1979 mit „Bereketli Topraklar Üzerinde” (Das fruchtbare Land) ihre Filmkarriere begann, gilt Nur Sürer nicht nur als eine meisterhafte Schauspielerin, sondern wurde mit jeder Figur, die sie verkörperte, auch zum Symbol einer gesellschaftlichen Haltung. Sie ist eine der ausdrucksstärksten Vertreterinnen des türkischen Kinos und wurde sowohl national als auch international mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
In ihrer über vierzigjährigen Karriere als Künstlerin gelang es ihr, die Haltung, die Stimmen, die Widerstandskraft von Frauen unverfälscht auf die Leinwand zu bringen. Für Nur Sürer, ist das Kino eine Kunstform und gleichzeitig ein Spiegel der Gesellschaft. Wegen ihres Mutes, ihrer Kompromisslosigkeit und ihrer authentischen Performance wurde sie zum „Gewissen” und zur „starken Stimme” des türkischen Kinos. Mit ihrem unverwechselbaren schauspielerischen Talent, ihrem Gespür für gesellschaftliche Phänomene und ihrem Verantwortungsbewusstsein als Künstlerin hat sie sich als Vorbild einen Namen gemacht.

Die Türkischen Filmtage München sind sehr stolz und freuen sich, Nur Sürer, einer bedeutenden Persönlichkeit des türkischen Kinos, die seit fast einem halben Jahrhundert künstlerisch aktiv ist und der Darstellung von Frauen im Film zu großer Bedeutung verholfen hat, den diesjährigen Ehrenpreis für ihr Lebenswerk und ihre Verdienste zu verleihen.

Nur Sürer
©Marc Sesto
Nur Sürer
©Marc Sesto
Nur Sürers Dankesrede

Sehr geehrte Gäste, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Cineastinnen und Cineasten,
es ist mir eine große Ehre, bei der Eröffnung der 37. Türkischen Filmtage München mit einem so angesehenen Preis ausgezeichnet zu werden. Zunächst möchte ich dem Festivalteam, das mir diesen Preis überreicht, sowie allen Mitwirkenden meinen herzlichen Dank aussprechen. Dieses Festival macht seit 1989 das türkische Kino in Deutschland bekannt und ist so ein wichtiger und bleibender Bestandteil des kulturellen Lebens geworden.
Ich sehe das Kino nicht nur als ein Mittel zur Unterhaltung, vielmehr liegt seine Stärke darin, dass es mit seiner Sprache gesellschaftliche Gruppen einander näherbringen kann. Ich glaube, dass vor allem die Geschichten von Frauen und Minderheiten erzählt, dargestellt und sichtbar gemacht werden müssen. Der Film „Uçurtmayı Vurmasınlar” („Lasst den Drachen fliegen”), der die Realität und die menschliche Solidarität in den türkischen Frauengefängnissen der 1980er Jahre schildert, hat mich daran erinnert, dass das Kino nicht nur eine Kunstform ist, sondern zugleich ein Medium, das gesellschaftliche Verantwortung trägt.
An diesem Festival in Deutschland teilzunehmen und heute hier zu sein, ist für mich sehr wertvoll. Es ist für mich von besonderer Bedeutung, dass die Frauen- und Minderheitenrechten den Türkischen Filmtagen München so wichtig sind.
Ich widme diesen bedeutenden Preis all den Frauen, die den Mut haben, ihre Geschichten zu erzählen, und jenen, deren Stimmen nicht gehört werden. Im Glauben an die transformative Kraft der Kunst werde ich weiterhin gestalten, erzählen und Brücken bauen.
Ich danke noch einmal allen, die diese wertvolle Begegnung ermöglicht haben, und wünsche mir, dass das Kino uns alle auch weiterhin erhellen möge.

Nur SÜRER

 

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