OVACIK

Dokumentarfilm | 2019 | Türkei | 92’ | Untertitel: Englisch

Regie: Ayşegül Selenga Taşkent


Inhalt

Bei der Auszählung der Kommunalwahl 2014 in der Türkei richteten sich alle Augen auf eine kleine Gemeinde mit 6335 Einwohnern in der Provinz Dersim/Tunçeli. Dort wurde Fatih Mehmet Maçoğlu zum ersten und einzigen kommunistischen Bürgermeister der Türkei gewählt. Auf seine Initiative hin betreibt die Bevölkerung dort heute eine nachhaltige, ökologische Landwirtschaft, deren Produkte in alle Teile der Türkei vertrieben werden. Ovacık wurde so zu einem Vorbild für ländliche Gemeinden in der Türkei und zu einer wichtigen Brücke zwischen Ost und West. Der Dokumentarfilm begleitet den charismatischen Bürgermeister bei seiner täglichen Arbeit und entdeckt das Geheimnis seines Erfolgs: Menschlichkeit, harte Arbeit und Humor.

Über die Regisseurin

Ayşegül Selenga Taşkent studierte Amerikanische Kultur- und Literaturwissenschaft an der Hacettepe Universität in Ankara. An der britischen Southampton Solent University machte sie ihren Master im Fach Medienproduktion. Anschließend promovierte sie an der State University of New York at Buffalo. Sie ist derzeit als Lehrbeauftragte im Fach Film und Fernsehen an der Bahçeşehir Universität in Istanbul tätig.

Filmographie

  • Ovacık (2019)
  • Umudun Kızları – Girls of Hope (2011)
  • Volga Volga – Volga Volga: Living With Schizophrenia (2007)

Festivals und Preise

  • 2019 BIFED Bozcaada International Festival of Ecological Documentary | 2. Preis im internationalen Wettbewerb
  • 2019 BIFF Buffalo International Film Festival
  • 2019 Which Human Rights? Film Festival
  • 2019 New York Turkish Film Festival
  • 2020 Boston Turkish Festival Documentary and Short Film Competition
  • 2021 International Women Filmmakers Festival, Izmir

Weitere Informationen

Delizia Flaccavento ist Dokumentarfotografin mit Fokus auf sozialen Fragen, ethnischen Minderheiten und Behindertensport. Nach einem Philosophiestudium in ihrem Herkunftsland Italien studierte sie Fotojournalismus in Großbritannien und den USA. Seit 10 Jahren arbeitet sie als Fotografin und Hochschuldozentin in der Türkei und gründete zusammen mit Ayşegül Selenga Taşkent die Produktionsfirma Notus Film. Gemeinsam haben sie auch den Film OVACIK produziert und zeichnen gemeinsam für den Filmschnitt verantwortlich.Wo wurde der Film gedreht?Die Dreharbeiten zu dem Film begannen gleich nach der Wahl Fatih Mehmet Maçoğlus zum Bürgermeister in der Gemeinde Ovacık (Provinz Dersim/Tunceli) und dauerten ein Jahr. Ovacık liegt in einer Region, die fast die Hälfte des Jahres von Schnee bedeckt ist, was die Dreharbeiten entsprechend erschwerte. Nach drei Jahren konnte der Film fertig gestellt werden.

Warum solltet ihr euch den Film anschauen?

Fatih Mehmet Maçoğlu ist ein ausgesprochen lebensfroher, energiegeladener und sympathischer Mensch. Seine positive Ausstrahlung ist in dem Film fast hautnah zu spüren. Das Wirtschaftsmodell, dass die Bevölkerung Ovacıks zusammen mit ihrem Bürgermeister geschaffen hat, ist es außerdem wert, sich diesen Film anzuschauen. Aber der Dokumentarfilm erzählt nicht nur von einem ungewöhnlichen Wirtschaftsmodell, sondern auch von der örtlichen Fußballmannschaft, der alevitischen Glaubensgemeinschaft und der Kultur in dieser Region.