FRAUENBLICKE / KURZFILME

Das Kurzfilmprogramm FRAUENBLICKE versammelt acht Kurzfilme aus der Türkei und Deutschland. Kurzfilme über Träume, Albträume und Absurditäten, über das Ende des Lebens und die Samstagsmütter, über Frauen auf der Flucht vor häuslicher Gewalt, über zwei junge Frauen aus Deutschland, die an der Südküste der Türkei trampen, über eine Großmutter und ihre Enkeltochter, über die fantastische Welt eines 14-jährigen Mädchens und über eine Kindheit in den 1980er Jahren.


NEDRET GETS LOST FOR A DAY

Türkei | 2017 | 11´ | Untertitel: Englisch
Regie: Berrak Çolak | Darsteller: Nezahat Oynar, Orhan Kalayıcıoğlu, Ayşegül Tolgay

 

Ein altes Pärchen liegt in der Mitte des Wohnzimmers auf dem Boden. Nedret steht langsam auf und reist in eine Welt voller Träume, Albträume und Absurditäten und auch wir beginnen uns in ihrem verwirrten Geist zu verlieren.


MEMORY

Türkei | 2019 | 10´ | Untertitel: Englisch
Regie: Demet Erden | Darsteller: Sibel Günsür, Deniz Olgay Yamanus

 

Türkân ist mit ihrer Tochter gerade auf dem Weg zur Chemotherapie, als sie ihre ehemalige Nachbarin Nermin trifft. Die beiden älteren Frauen, die sich schon seit langem nicht mehr gesehen haben, erinnern sich an ihre gemeinsam verbrachten Jahre. Im Film werden wir mit der Frage konfrontiert, was am Ende unseres Lebens übrigbleibt.


THE NEEDLE

Deutschland | 2020 | 9´ | Ohne Dialog
Regie: Ceylan Beyoğlu

 

Der Animationsfilm der jungen Regisseurin Ceylan Beyoğlu, THE NEEDLE, handelt von der Geschichte einer Samstagsmutter. Sie bereitet sich wie jede Woche darauf vor, sich am Galatasaray-Platz mit anderen Menschen zu versammeln, die dort nach dem Verbleib ihrer in Polizeihaft “verschwundenen” Angehörigen fragen.


HOST

Türkei | 2020 | 24´| Untertitel: Englisch
Regie: Olcay Seda Özaltan | Darsteller: Olcay Seda Özaltan

 

In HOST wird die Geschichte einer der Tausenden von Frauen erzählt, die in Pandemiezeiten auf der Flucht vor häuslicher Gewalt Zuflucht in einem Haus gefunden haben. Was diese Geschichte von den anderen unterscheidet, ist, dass wir sie aus der Perspektive einer Katze beobachten. Der Film, der von der Regisseurin Özaltan auf dem Höhepunkt der Pandemie gedreht wurde, lebt insbesondere auch von seiner realistischen Geräuschkulisse.


A FINE LINE

Türkei | 2019 | 14´ | Untertitel: Deutsch / Englisch
Regie: Mirjam Orthen | Darsteller: Mona Vojacek Koper, Henrike Commichau, Ushan Çakir

 

Zwei junge Frauen aus Deutschland sind an der Südküste der Türkei unterwegs und beschließen zu trampen. Werden sie das Taschenmesser und das Pfefferspray, die sie zu ihrer Verteidigung dabei haben, einsetzen müssen?


MAMAVILLE

Türkei | 2020 | 20´ | Untertitel: Englisch
Regie: Irmak Karasu | Darsteller: Ece Yüksel, Gönül Ürer

 

MAMAVILLE spiegelt die Beziehung zweier unterschiedlicher Generationen. Die 15-jährige Ferah verbringt ihre Sommerferien mit ihrer Oma im Sommerhaus. In dieser Zeit entdeckt die junge Frau sich selbst, ihr Erwachsenwerden und ihre Sexualität. Ihre Großmutter gibt ihr dafür Raum, ohne viel zu sagen. Der Film lebt von den kleinen Details, die in jeder Szene entdeckt werden können.


13+

Türkei | 2019 | 15´ | Ohne Dialog
Regie: Ceylan Özgün Özçelik | Darsteller: Derya Pınar Ak, Tuğrul Tülek

 

13+ ist der erste Film einer Hexentrilogie und lief bereits auf vielen internationalen Festivals. Wir werden in die fantastische Welt eines 14-jährigen Mädchens mitgenommen, das sich im Keller – umgeben von Dämonen – eine Beziehung zu einer Spinne aufgebaut hat. Die Regisseurin hat auch einen experimentellen Kurzfilm namens ANKEBÛT gedreht, der als Heilritual für Frauen zu verstehen ist.


MY SISTER

Türkei | 2018 | 23´ | Untertitel: Englisch
Regie: Burcu Akyar | Darsteller: Devrim Eylem Şeker, Ayça Ayşe Yeniay, Defne Karagöz

 

Eine Kindheit in den 80er Jahren. Aus der Sicht der 10-jährigen Elif blicken wir auf deren Beziehung zu ihrer 13-jährigen Schwester Ayşe.


Warum solltet ihr euch dieses Kurzfilmprogramm ansehen?

Was einen Spielfilm von einem Kurzfilm unterscheidet ist im seltensten Fall die Länge. Bestimmte Geschichten lassen sich nur im Kurzfilmformat erzählen. Während die Spieldauer kurzweilig ist, wirken die Gedanken lange nach.Die Türkischen Filmtage waren seit ihren Anfängen bemüht, den Kurzfilm als Kunstform zu etablieren und diesem mit einer besonderen Auswahl Raum zu geben. In den letzten drei Jahren haben wir dieses Vorhaben durch einen thematischen Fokus verstärkt und möchten, dass hieraus eine Tradition entsteht. So konzentrierten wir uns im ersten Jahr auf das Thema Frauen. Im zweiten Jahr folgten weibliche Regisseurinnen. Dieses Jahr legen wir unseren Schwerpunkt sowohl auf Frauen als auch auf Filmemacherinnen. In unserer Auswahl “Die Künste der Frauen” finden sich Geschichten von Frauen jeden Alters und Standes, erzählt von weiblichen Regisseurinnen. Wie so viele andere gesellschaftliche Bereiche, wird auch die Filmindustrie seit ihrem Bestehen durch Männer dominiert. Deshalb sind wir bemüht, den Stimmen weiblicher Regisseurinnen Gehör zu verschaffen. Wir freuen uns, wenn auch Sie die Stimmen dieser Regisseurinnen hören und sich unsere Kurzfilmauswahl ansehen.